Alice Salomon Archiv der ASH Berlin

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Erinnern und Gedenken

Vor dem Hintergrund des Gedenkens an die "Wannsee-Konferenz über die Endlösung der Judenfrage" und des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus möchten wir in Erinnerung rufen, dass es die enge Verbindung von jüdischer und christlicher und der Tradition der Aufklärung war, die die Soziale Frauenschule / Alice Salomon Schule (und die von ihr vertretene Soziale Arbeit) prägte. Die Schule hatte aber auch Anteil an der Zerstörung dieser Tradition durch die nationalsozialistische Ausrichtung der Ausbildung ab 1933 (dazu ein Dokument der damaligen Direktorin der Schule).

Von der Verfolgung waren viele Mitglieder der Schule betroffen - wie auch Alice Salomon selbst und ihre Angehörigen. Der Rechtsanwalt Richard Salomon, ein Neffe Alice Salomons, wurde am 14.12.1942 deportiert und in Auschwitz ermordet. Zum Gedenken an ihn wurde kürzlich in der Uhlandstraße ein Stolperstein verlegt. Seine Tochter Ilse Salomon Eden, mit einem Kindertransport aus Deutschland geflüchtet, unterstützt seit vielen Jahren die Forschungen zu Alice Salomon. Der Verfolgung fiel auch Alice Salomons jüngste Schwester Olga, verh. Reisner zum Opfer. Sie wurde am 06. Dezember 1941 deportiert.

Zur Erinnerung an die jüdischen Schülerinnen, Studentinnen und Dozent/innen der Sozialen Frauenschule und der Akademie für soziale und pädagogische Frauenarbeit suchen wir Informationen zu ihren Biografien. Ein Beitrag zur Würdigung dieser Frauen und Männer ist die Dokumentation der Forschungsergebnisse in Gedenkbüchern, die das Alice Salomon Archivs erstmals zum 100-jährigen Bestehen der ASH zusammengestellt hat.

Aktuelle & kommende Veranstaltungen

Die Ausstellung "ortsgespräche. stadt - migration - geschichte: vom halleschen zum frankfurter tor" wird am 28. Januar 2012 zur Langen Nacht der Museen im Berliner Bezirksmuseum Friedrichshain-Kreuzberg eröffnet. Wie der Titel schon andeutet, werden hier Stadtgeschichte und Migrationsgeschichte in Zusammenhänge gebracht. In der Ausstellung sind Archivdokumente aus der Sammlung Manfred Rabatsch mit dem Schwerpunkt Stadteilarbeit und Sozialpädagogik in Berlin-Kreuzberg zu sehen. Die Ausstellung wird bis Ende 2013 gezeigt.  » mehr

Am 15. Juni 2012 wird das 4. Colloquium des Alice Salomon Archivs in Kooperation mit dem Pestalozzi-Fröbel-Haus zu Fragen der Familienforschung und der sozialen und pädagogischen Arbeit mit Familien stattfinden. Ausgangspunkt sind die Forschungen zu Bestand und Erschütterung des Familienlebens in Deutschland, die an der Deutschen Akademie für soziale und pädagogische Frauenarbeit unter der Leitung von Alice Salomon in den Jahren 1927 bis 1933 durchgeführt wurden.
Ort, Zeit und Programm geben wir rechtzeitig auf unserer Webseite bekannt.

Im Oktober 2012 wird zum 5. Mal die Verleihung des Alice Salomon Award an eine herausragende sozial engagierte Feministin stattfinden. Die bisherigen Preisträgerinen sind: 2001: Alice Shalvi, Israel; 2004: Fadéla Amara, Frankreich; 2008: Barbara Lochbihler, Deutschland; 2010: Rugiatu Neneh Turay, Sierra Leone.
Weitere Informationen finden Sie  » hier

Dauerausstellung "Schriftstücke" in der Alice Salomon Hochschule mit Fotos aus Akten des Alice Salomon Archivs  » mehr

Special Document:
Januar 2012

"Es sind die wichtigsten Stunden in unserem Leben, wenn ein solcher Appell zur Hingabe an irgend eine große Aufgabe an uns ergeht, wenn ein Dienst oder ein Opfer von uns gefordert wird, und wir im tiefsten Innern fühlen, daß wir dem Ruf folgen sollten; wenn wir mit uns kämpfen und fragen, ob es wirklich unsere Pflicht ist, diesen Dienst zu tun, ob wir uns nicht mit irgend einem geringeren Opfer, auf eine andere Weise loskaufen können. Es sind das die Stunden, in denen die Stärke unseres Charakters auf die Probe gestellt wird; entscheidende Schlachten, wenn wir solchen Ruf vernehmen und über Inhalt und Wert unseres Lebens zu bestimmen haben."

Die Höhepunkte auf die sich Alice Salomon in ihrer Rede "Unvergeßliche Stunden" bezieht, waren die Ausstellung "Die Frau in Haus und Beruf" (vom 24. Febr. bis 24. März 1912 in den Ausstellungshallen Zoologischer Garten in Berlin und der Deutsche Frauenkongreß (vom 27. Febr. bis zum 2. März 1912). An den beiden sehr erfolgreichen Veranstaltungen war Alice Salomon maßgeblich beteiligt. Materialien und weitereTexte von Alice Salomon zu den Veranstaltungen finden sich im Alice Salomon Archiv sowie im 2. Band der Neuausgabe der Schriften Alice Salomons: Frauenemanzipation und soziale Verantwortung, 2000.

Das Jahr 1912 war für die Frauenbewegung durch zwei große Ereignisse geprägt, die zu den Höhepunkten im wilhelminischen Deutschland vor dem 1. Weltkrieg zählten, nachem die Frauen 1908 endlich das Recht erlangt hatten, sich politisch zu organisieren und an den Universitäten einzuschreiben.
 » Zum Text von Alice Salomon

Januar 2012: Zweiter
Archiv-Newsletter

Liebe Freundinnen und Freunde des Alice Salomon Archivs,

viel Spaß bei der Lektüre der zweiten Ausgabe der Mitteilungen aus der Barbarossastrasse 65!
 » Zum ASA Newsletter Nr. 2

Highlight 2011

 

Gertrud Bernhard

Gertrud Bernhard um 1929

Eine besondere Schenkung

Gertraud Neitzel und ihre Brüder haben dem Alice Salomon Archiv umfangreiche Materialien ihrer Mutter, Gertrud Bernhard, geschenkt. Gertrud Bernhard, geb. 1905 in Baden, studierte an der Akademie für soziale und pädagogische Frauenarbeit in den Jahren 1928/29. Die Familie war und ist im Besitz vielfältiger Unterlagen und hat dem Archiv in den vergangenen Jahren eindrucksvolle Schenkungen von Originalen aus dem Leben der Mutter gemacht: unter anderem Kolleghefte mit Mitschriften aus einzelnen Seminaren, die informative Quellen zum Unterricht bilden. Die zahlreichen Schenkungen in diesem Jahr beinhalteten Bewerbungsunterlagen, Zeugnisse, die schriftliche Akademie-Studienarbeit - dies ist überhaupt die erste und einzige originale Abschlussarbeit der Frauenakademie, die das Archiv besitzt -, weiterhin reproduzierte Fotos von 1909-1930 und originale Briefe aus der Zeit vom 15. Oktober 1928 bis 22. Juni 1929, meist an ihren damaligen Verlobten Erich Kühn gerichtet, die lebhafte Einblicke in das Studieren, Denken und Leben der jungen Akademiestudentin in Berlin geben und sie als eine beeindruckende selbstbewusste junge Frau zeigen.

Zu Beginn des Sommersemesters 2011 berichteten wir bereits über einige der Schenkungen von Gertraud Neitzel und veröffentlichten einen Brief von Gertrud Bernhard zum Unterrichtsbeginn 1929.
 » Magazin Specials


Neuerscheinungen und
Lesetipps

                        Erscheint demnächst:

 

                        » Leseprobe

Dokumentation des 3. Colloqiums. Vor 10 Jahren, im Mai 2001, wurde das Archiv- und Dokumentationszentrum für soziale und pädagogische Frauenarbeit mit dem Archiv des PFH und dem Alice Salomon Archiv eröffnet, nachdem es 2010 durch Vertragsabschluss zwischen Pestalozzi-Fröbel-Haus und Alice Salomon Hochschule gegründet wurde. Das Colloquium „Wie kann Soziales erlernt werden?“ – Fragen aus Ausbildung und Praxis, das zu diesem Anlass im Mai 2010 stattfand, wird in einer Broschüre dokumentiert, die Anfang 2012 erscheinen wird.
 » zum 10-jährigen Jubiläum

Neue Quellen und Sammlungen 2012

Wir danken unseren  Spenderinnen und Spendern Frau Gertraud Neitzel aus Flensburg, Frau Gerlinde Lill und Herrn Roger Prott aus Berlin für ihre großzügigen Schenkungen. Folgende neue Sammlungen und Quellen stehen im Alice Salomon Archiv für Forschungen zur Verfügung.

Gertraud Neitzel

Weitere Bücher und Briefe aus dem Nachlass ihrer Mutter Gertrud Bernhard, geb. Kühn.

zu älteren Schenkungen siehe auch >> Highlight 2011

Roger Prott und Gerlinde Lill

Die Sammlung umfasst vor allem graue Materialien unterschiedlichster Urheberschaft zu Themen der Kindertagesstättenentwicklung in Berlin, insbesondere der pädagogischen Konzepte und Auseinandersetzungen darüber von den 1970er bis zu den 1990er Jahren (und darüber hinaus). Ein Schwerpunkt ist dabei die Entwicklung des Bildungsplans für die Kitas.

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