2010: Rugiatu Neneh Turay
Rugiatu Turay gründete 2003 die Frauenrechtsorganisation "Amazonian Initiative Movement" (AIM), eine NGO für Bildung von Frauen und gegen Genitalverstümmelung in Sierra Leone. Nachdem sie während ihrer Zeit im Exil im Nachbarland Guinea zusammen mit anderen sierra-leonischen Bürgerkriegsflüchtlingen bereits eine ähnliche Organisation aufgebaut hatte.
In Sierra Leone gibt es noch kein Gesetz gegen die Beschneidung und die Macht der geschätzt 50.000 Beschneiderinnen ist sehr groß. Die Organisation bietet Mädchen, die aus ihrer Familie geflohen sind, Schutz. In Zusammenarbeit mit Schulen, religiösen Führern und traditionellen Leitern organisieren sie Workshops und Aufklärungsveranstaltungen, führen Theaterstücke auf und tragen Gedichte vor. Sie arbeiten mit den Eltern und bieten u.a. auch alternative Berufsausbildungen für Beschneiderinnen an. "Das ist wichtig, weil sie viel Macht haben. AIM hat 40 ehemalige Beschneiderinnen in die St-Joseph-Berufsschule geschickt, wo sie lesen und schreiben lernten und an Landwirtschaftskursen teilnahmen. Nach Abschluss der sechsmonatigen Berufsausbildung sprachen sie sich öffentlich gegen die weibliche Genitalverstümmelung aus."

Laudatio
Tilly Vriend
Zur Verleihung des Preises
Prof. Dr. Theda Borde
Warum Frauen Dinge angehen sollten, die ihr Leben bestimmen
Rugiatu Neneh Turay
Fotos vom Archivbesuch von Rugiatu Turay und Tilly Vriend am Tag vor der Verleihung des Alice Salomon Award

