ASH und Lette-Verein im Nationalsozialismus

Podcast zur biographischen Spurensuche über Lehrerinnen im NS im Letteverein und der ASH Berlin

Schülerinnen und Dozentinnen vor der Sozialen Frauenschule, 1942 Quelle: Alice Salomon Archiv

Sowohl das Schöneberger Berufsausbildungszentrum „Letteverein Berlin“ (1866 gegründet) als auch die von Alice Salomon im Jahr 1908 eröffnete soziale Frauenschule, die heutige Alice Salomon Hochschule Berlin, haben ihre Arbeit zwischen 1933 und 1945 fortgesetzt und in dieser Zeit zur Umsetzung der nationalsozialistischen Ziele beigetragen.

Die jüngst im Letteverein durchgeführte „Werkstatt zur Darstellung des Lette Vereins 1933-45“ bildet den Anlass für diese Gesprächsrunde, in der sich drei historisch arbeitende Wissenschaftlerinnen der Frage widmen, welche Rolle berufliche Lehrerinnen und ihre Ausbildungsstätten in dieser Zeit eingenommen haben. Gemeinsam ist den Einrichtungen, dass ihre Leiterinnen der NSDAP beitraten, sie ihre jüdischen und sogenannten „politisch unzuverlässigen“ Angehörigen entließen und nationalsozialistische Inhalte in die Ausbildungsgänge integrierten. Gemeinsam ist ihnen auch, dass diese Beiträge nach 1945 vielfach vertuscht und bagatellisiert wurden, wodurch die – erst spät einsetzende – Forschung zu diesem Thema heute noch vor vielen offenen Fragen steht.

Heike Stange, Dr. Simone Ladwig-Winters und Dr. Dayana Lau stellen in diesem von Frank Sandmann moderierten Hörstück Lehrerinnen-Biographien vor und diskutieren ihre unterschiedlichen berufsbiographischen Verläufe im Lichte der nationalsozialistischen Herrschaft. Dabei werden sowohl solche Personen thematisiert, die die nationalsozialistische Herrschaft bejahten, als auch solche, die von ihren Arbeitsplätzen und aus Deutschland vertrieben wurden und diejenigen, die aktiven Widerstand leisteten.

Der Podcast ist hier abrufbar.