Neues Digital-Projekt zur Entwicklung der Sozialen Arbeit als Frauenberuf

Digitalisierung im ASA startet in die nächste Runde

„Wir können unsere Gegenwart und Zukunft nicht ohne die Vergangenheit denken“[1], schrieb kürzlich Franziska Rauchhut, die neue wissenschaftliche Koordinatorin des Digitalen Deutschen Frauenarchivs. Historische Forschung Erinnerungskultur spielen bis heute auch eine bedeutende Rolle für die Soziale Arbeit und die Frauenbewegung. Um die Soziale Arbeit als Frauenberuf in ihrer Entwicklung und Etablierung besser nachvollziehen zu können und gleichzeitig sichtbarer zu machen, startet das ASA in das neue Digitalisierungsprojekt „Aufbruch, Abbruch, Wiederkehr: Die Frauenbewegung und die Soziale Arbeit als Frauenberuf 1890-1955“. Dieses findet im Rahmen des Digitalen Deutschen Frauenarchiv (DDF) statt und schließt somit an unser Digitalisierungsprojekt des letzten Jahres an, welches das Engagement jüdischer Frauen beim Aufbau der Sozialen Arbeit sowie ihre Verdrängung im Nationalsozialismus thematisierte.

Im aktuellen Projekt untersucht das ASA-Team drei historisch bedeutsame Phasen der Sozialen Arbeit im Zeitraum von 1890 bis 1955. In der Phase des Aufbruchs (1890-1933) betrachten wir die Bildung von Mädchen- und Frauengruppen für soziale Hilfsarbeit, die den Grundstein der Sozialen Berufsarbeit darstellen. Die Phase des Abbruchs (1933-1945) steht für die Zeit des Nationalsozialismus, in der die Rolle und das Auftreten von (Mit-)täterinnen in der sogenannten Volkspflege untersucht werden soll. Den letzten thematischen Schwerpunkt stellt die Phase der Wiederkehr (1945-1955) dar, in der die Weiterentwicklung der Sozialen Arbeit als Beruf und der Umgang der Frauenbewegung mit der NS-Vergangenheit im Kontext der Nachkriegszeit im Fokus steht.

Zu diesen Themen wird Archivmaterial aus den Beständen der Mädchen- und Frauengruppen für soziale Hilfsarbeit und der Sozialen Frauenschule Berlin sowie Dokumente von Alice Salomon selbst teilweise restauriert und digitalisiert. Im Anschluss werden Auszüge der Digitalisate im META-Katalog und im DDF online zur Verfügung gestellt. Ergänzend verfassen Prof.´in Sabine Toppe und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Filiz Çakır thematische und biographische Essays, beispielsweise über „Mitläuferinnen, Nutznießerinnen und Täterinnen – die Beteiligung von Fürsorgerinnen im Nationalsozialismus“ oder über Leben und Bedeutung von Jeanette Schwerin.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) finanziert und läuft noch bis Ende des Jahres 2021. Mehr Informationen finden Sie hier.

[1] Rauchhut, Franziska: „‘Frauenbewegung und ihre Geschichte sind elementar‘“, in: Digitales Deutsches Frauenarchiv (23.02.2021), https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/blog/frauenbewegung-und-ihre-geschichte-sind-elementar (zuletzt aufgerufen: 02.03.2021).