Widerstand in der Sozialen Arbeit im Nationalsozialismus

Mit der nationalsozialistischen Machtergreifung wurden die Strukturen und Institutionen der Sozialen Arbeit weitgehend gleichgeschaltet oder zerstört. Viele Angehörige der sozialen Berufe begrüßten den neuen Staat und agierten als Mitläufer*innen, Kollaborateur*innen oder Täter*innen. Ein weiterer Teil dieser Berufsgruppe wurde nunmehr verfolgt, vertrieben, deportiert und ermordet. Dazu gehört auch Alice Salomon, die ab 1933 ihre Schule nicht mehr betreten durfte und 1937 gezwungen wurde, das Land zu verlassen. Einige Sozialarbeiter*innen leisteten aktiven Widerstand und nutzten dazu die Strukturen und Netzwerke der Sozialen Arbeit. Zu diesen gehörte auch eine Reihe von Dozent*innen und Schüler*innen der sozialen Frauenschule Berlin-Schöneberg. Die Formen des Protestes und des Widerstands waren vielfältig, sie aufzuarbeiten bildet bis heute eine Herausforderung für die Historiographie Sozialer Arbeit.

In dieser Lehreinheit wird grundlegend in die Geschichte der sozialen Frauenschule, die während des Nationalsozialismus als Volkspflegeschule existierte, und in die Forschung zum Widerstand in der Sozialen Arbeit eingeführt. Für den interaktiven Teil wird ein biographischer Ansatz gewählt. Die Teilnehmer*innen arbeiten an Dokumenten und Quellen zu widerständigen Aktivitäten und Persönlichkeiten, die mit der Geschichte der sozialen Schule verbunden sind.