„Zwischen Fürsorge, Emanzipation und Körperpolitik“: Neues Projekt im Alice Salomon Archiv

Ein Archivprojekt zur kritischen Auseinandersetzung mit kolonialen Kontinuitäten in feministischen und sozialarbeiterischen Wissensbeständen

Im Alice Salomon Archiv startete im Januar das Projekt „Zwischen Fürsorge, Emanzipation und Körperpolitik“, das kolonialrassistisches und eugenisches Denken in der bürgerlichen Frauenbewegung und der entstehenden Sozialen Arbeit vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die 1960er Jahre untersucht. Im Zentrum steht die Digitalisierung und Erschließung zentraler Schriften von Alice Salomon sowie weiterer historischer Quellen, die künftig  online zugänglich gemacht und für Forschung, Lehre und Öffentlichkeit nutzbar werden.

Die digitalisierten Bestände bilden zugleich die Grundlage für eine archivpädagogisch ausgerichtete Lehrveranstaltung im MA Praxisforschung in Pädagogik und Sozialer Arbeit an der ASH Berlin, in der Studierende sich kritisch mit kolonialen Kontinuitäten innerhalb feministischer und sozialarbeiterischer Wissensbestände auseinandersetzen. Ergänzend werden die Erfahrungen der Studierenden im Archiv systematisch ausgewertet, um diskriminierungskritische Empfehlungen für Archive zu entwickeln, die als frei zugänglicher Leitfaden veröffentlicht werden.

Das Projekt wird gefördert vom Deutschen Digitalen Frauenarchiv (DDF) und durchgeführt vom Projektteam Fallon Tiffany Cabral, Dayana Lau, Friederike Mehl und Anouk Widder. Kooperationspartner ist das queerfeministische Archiv LIESELLE an der RU Bochum mit Prof. Dr. Tahani Nadim und Katja Teichmann.